Der Schlosspark Semlow

Aktuelles aus der Ostseezeitung

Dienstag, 9. März 2004OSTSEE-ZEITUNG.DE / Lokales / Ribnitz-Damgarten / Titelseite

Vortrag zum Schlosspark Semlow


Semlow Über den Schlosspark Semlow werden am kommenden Freitag, 12. März, Katja Rapsch und Maud Tillig berichten. Vor allem geht es dabei um den Baumbestand, der mit einem Alter von 150 Jahre teilweise seine biologische Altersgrenze erreicht. Es sind immer mehr Verluste zu beklagen. Da zu erwarten ist, dass in der Zukunft weitere Eingriffe erforderlich werden, wurden die beiden Studentinnen von der TU Berlin beauftragt, im Rahmen einer Diplomarbeit nach einer umfangreichen Bestandsaufnahme und Vermessung sich zu den zukünftigen Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen zu äußern. Die Ergebnisse dieser Diplomarbeit werden nun am kommenden Freitag um 18 Uhr vorgestellt werden. Der Schlosspark Semlow wurde 1850 nach Plänen des Hofgärtners von Sanssouci, Gustav Maier, im Auftrage von Ulrich Graf Behr-Negendank, aus einer noch versumpften Wiese und Resten eines Hudewaldes in einer Größe von 25 Hektar als englischer Landschaftsgarten angelegt. 1945 ging ein Teil des Parkes beim Bau der Maschinen-Traktoren-Station verloren, 22 Hektar sind heute noch in ihrer ursprünglichen Form erhalten. Wesentlichen Anteil an der guten Erhaltung und Pflege hat die Gemeinde Semlow. Zu DDR-Zeiten wurde gemeinsam in Subbotnikeinsätzen aufgeräumt. Heute haben ABM-Kräfte das übernommen.

Wochenendausgabe, den 04. September 2004OSTSEE-ZEITUNG.DE / Lokales / Ribnitz-Damgarten / Ribnitz-Damgarten und Umgebung

Kunstsinniger Graf hinterließ viele Spuren

SemlowDie erste urkundliche Erwähnung findet der Ort Semlow im Jahre 1320. Seit Ende des 14. Jahrhunderts ist er fast ausschließlich Hauptsitz der Landadelsfamilie von Behr. Auf der schwedischen Matrikelkarte von 1696 sind Reste einer Burg, Gräben und Wälle eingezeichnet.

Das an genau dieser Stelle in heutiger Form erhaltene Schloss, beauftragt von Carl August von Behr-Negendank, wurde 1825 nach Plänen des Strelitzer Hofbaumeisters Buttel umgebaut. Die weiträumigen Parkanlagen wie auch Grabkapelle und Wirtschaftshäuser gehen im Wesentlichen auf das Wirken des Grafen Ulrich von Behr-Negendank zurück. Am 9. Mai 1826 in Semlow geboren, begann er nach der Schulausbildung ein Studium der Rechte in Berlin und Heidelberg und bereiste in dieser Zeit zahlreiche europäische Länder. 1853 kehrte der begabte und kunstsinnige Mann auf seine Güter zurück und engagierte sich neben seiner landwirtschaftlichen Tätigkeit auch im politisch-wirtschaftlichen Leben der Region.

Graf von Behr-Negendank war zeitweise Landrat des Kreises Franzburg, Regierungspräsident in Stralsund und Oberpräsident der Provinz Pommern. Er beauftragte den Königlichen Hofgärtner und späteren Gartendirektor Berlins, Johann Gustav Heinrich Meyer, mit der Planung und der Anlage eines Englischen Landschaftsgartens.

In die naturgegebene Landschaft sollten weiträumige von Schlängelwegen durchzogene Haine und Wiesenflächen, Gewässer und Baumgruppen eingebettet sein. Drei natürliche Gewässer befinden sich im Semlower Park, andere wurden künstlich geschaffen. Brücken führen darüber und zu kleinen Inseln. Großzügige Sichtachsen schaffen von fast überall her Blickverbindung zum Schloss.

Beschreibungen vom Gartenkünstler Ferdinand Jühlke aus dieser Zeit hielten neben der Parkanlage einen Tiergarten, die Teiche, den Vorplatz, Rosengarten, Obst- und Küchengarten sowie eine Baumschule fest: „Der Küchengarten hat eine sehr geschützte Lage! So gedeihen hier die schönsten Trauben, Feigen, Pfirsiche, Aprikosen, Kirschen, Pflaumen und Quitten.“

Ulrich von Behr-Negendank initiierte die Landschaftsverschönerungen im 19. Jahrhundert zielgerichtet in Verbindung mit der wirtschaftlichen Entwicklung seines Gutes. Er befestigte unter anderem die Landstraßen und säumte diese mit den noch heute erhaltenen Lindenalleen.

Am September 1902 verstarb der Graf auf seinem Landsitz Semlow. Die wertvolle Ausstattung des Schlosses, manch Gebäude und auch Teile der bedeutsamen Gartenanlagen fielen dem Kriegsende und der Neunutzung zum Opfer.

G.K.

Freitag, den 10. September 2004OSTSEE-ZEITUNG.DE / Lokales / Ribnitz-Damgarten / Ribnitz-Damgarten und Umgebung

Semlow bezauberte Chronisten

Semlow„Eines der großartigsten Beispiel für Landesverschönerungen und Verbesserungen im Gartenbau hat indessen in der neueren Zeit Herr von Behr-Negendank auf Semlow hergestellt. Die Gebäude sind wirklich einzig in ihrer Art. Alle diese Einrichtungen sind aber erst dadurch in malerischer Verbindung zueinander getreten, daß sie in entsprechender Weise mit Baumpflanzungen decoriert wurden. Die Garten-Anlagen hat Herr von Behr-Negendank, unter Zuziehung des Königl. Hofgärtners Herrn Meyer, Sans-Souci, mit großer Umsicht und mit sorgfältiger Benutzung der gegebenen Hülfsmittel ins Leben gerufen.“ Die weitere freundliche Beschreibung der Semlower Schloss- und Parkanlage von Ferdinand Jühlke aus dem Jahre 1858 endet mit den Worten: „Wir freuen uns innig hierüber, daß die Gartenkunst dort eine Werkstatt aufschlagen durfte, zum Nutzen der Gegenwart und zur Nachahmung kommender Zeiten.“

Die Bewahrung der wertvollen, unter Denkmalschutz stehenden Gesamtanlage sehen die Gemeinde und der „Förderverein zur Erhaltung Semlower Kulturgüter“ als wichtige Aufgabe an. Kompetenz und Durchstehvermögen sind gefragt, um eine solche langwierige und aufwändige Erhaltungs- und Rekonstruktionsmaßnahme umzusetzen. Zu den besonders engagierten Förderern gehören unter anderem Dr. Dieter Curschmann, Dr. Gräfin von Finckenstein und Angela Pfennig.

Eine Machbarkeitsstudie prüft grundlegend die Rekonstruktion der Orangerie im Zusammenhang mit der Sanierung und Nutzung der gesamten Schloss- und Parkanlage. Konzeptionelle Ideen gehen davon aus, dass ein Besucherzentrum für Gartenkunst und Landschaftsgestaltung, Ausstellungen und Gastronomie eine touristische Attraktion für den Ort und die Region darstellen würde.

Hinter der Schlossanlage befindet sich ein großer Teich. Weite Wiesenflächen, ein Wegesystem, das Verbindungen schafft zu Inseln, Brücken, Wäldchen und markante Einzelbäume lassen den Aufenthalt zu einem Erlebnis werden. Noch sind manche Schlossfenster mit Brettern verschlagen, aber es bewegt sich viel.

G. K.

Donnerstag, den 23. September 2004OSTSEE-ZEITUNG.DE / Lokales / Ribnitz-Damgarten / Titelseite

Semlower Park bekommt bald neue Bäume

SemlowDie Gemeinde Semlow erwartet nach den Worten ihres Bürgermeisters Siegfried Schulze jeden Tag die Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde für Baumpflanzungen im Park des Semlower Schlosses. Damit werden dann die ersten Vorschläge zu Wiederherstellung des Semlower Schlossparkes verwirklicht, sagte der Bürgermeister. Vor einiger Zeit hatten sich zwei Studentinnen mit der Geschichte und der Bepflanzung des Parkes in ihrer Diplomarbeit auseinandergesetzt. Durch die Spende eines Einwohners der Gemeinde Semlow sei es jetzt möglich geworden, mit diesen Arbeiten beginnen zu können, fügte Siegfried Schulze hinzu. Unter anderem sollen Esskastanien gepflanzt werden. Wenn man nun die Genehmigung in den Händen halte, werde man unverzüglich mit der Ausschreibung des Auftrages beginnen. Das Schloss Semlow ist seit einiger Zeit Gegenstand der Semlower Kommunalpolitik. Jüngst hatte man sich mit einer Machbarkeitsstudie für die Wiederherrichtung der Orangerie befasst.

Mittwoch, den 29. September 2004OSTSEE-ZEITUNG.DE / Lokales / Ribnitz-Damgarten / Titelseite

Orangerie erblüht mit dem Schloss

Mit der Orangerie des Semlower Schlosses ist viel machbar, allerdings nur mit dem Park und dem Schloss selbst – sagt eine Studie.
Semlow„Wir hatten die Aufgabe, zu untersuchen, ob man die Orangerie des Schlosses wiederbeleben kann“, sagte der Bad Sülzer Architekt Jürgen Groth. Das hat er dann auch getan und nun der Gemeindevertretung eine Machbarkeitsstudie vorgelegt. Groth kommt in seinem Papier zu dem Schluss, dass ein wirtschaftlicher Betrieb nur möglich ist, wenn das Schloss und der Park einbezogen werden. So sieht es auch der Bürgermeister der Gemeinde Semlow, Siegfried Schulze: „Wir werden uns um weitere Fördermittel aus dem EU-Programm Leader plus bemühen, damit dafür wiederum eine Machbarkeitsstudie gemacht werden kann.“ Im übrigen zeigte sich Schulze über die Pläne für die Orangerie erfreut. Groth schlägt nämlich vor, wieder eine klassische Orangerie mit Kübelpflanzen entstehen zu lassen, außerdem eine Veranstaltungshalle und Gartenkunst und Landschaftskultur, zudem ein Café. Wenn es dazu kommt, so Groth, dann müsse auch der Turm des Gebäudes wieder entstehen, zudem die Außentreppe und die alte Terrasse. „Wir werden nicht nachbauen, was dort einmal war, wir werden das besonders interpretieren.“ So gut diese Pläne klingen, wirtschaftlich tragen würden sie sich nicht, wenn Schloss und Park nicht einbezogen sind. Jürgen Groth hat eine Besucherzahl von etwa 18 000 errechnet und das ist nicht ausreichend. Schon gar nicht für einen privaten Investor, der der Partner für die Gemeinde Semlow werden soll. Erst wenn auch Park und Schloss genutzt werden können, sieht die Rechnung anders aus.

Für die jetzigen Pläne zum Wiederaufbau der Orangerie hat der Architekt eine Investitionssumme von etwa 1,5 Millionen Euro errechnet. Die relativiert sich aber, wenn man weiß, dass dafür 1000 Quadratmeter Fläche entstehen und dann genutzt werden können. Die Lage des Schlosses und damit der Orangerie ist gut, es liegt nahe zu anderen touristische Attraktionen wie dem Vogelpark in Marlow, dem Bibelgarten in Barth und dem Parkhotel Schloss Schlemmin.

MICHAEL SCHISSLER

Mittwoch, 01. Juni 2005  | Ribnitz-Damgarten und Umgebung


Symposium soll für Schlossanlage begeistern

Im Rahmen des Parkfestes will der Förderverein zur Erhaltung Semlower Kulturgüter Park, Schloss, Orangerie, Kapelle und Kirche in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken.

Semlow „Im vergangenen Jahr war das Symposium mit Theorie überfrachtet“, sagte gestern der Vorsitzende des Fördervereins zur Erhaltung der Semlower Kulturgüter Dr. Dieter Curschmann. In diesem Jahr will man einen neuen Weg gehen, mit weniger Theorie, mit mehr Führungen und einem Konzert in der Semlower Kirche. „Die Leute sind zu schnell ermüdet“, schilderte der Fördervereinsvorsitzende seine Erfahrungen. Man habe deswegen am Tage des Symposiums – Sonnabend, 18. Juni – die Vorträge in die Vormittagsstunden verlegt. Nach der Eröffnung durch eine Vertreterin des Landesamtes für Denkmalpflege und Grußworten des Vereinsvorsitzenden und des Bürgermeisters werde man verschiedene Referate hören. Unter anderem spricht Katja Pawlak zu Orangeriebauten im 19. Jahrhundert in Mecklenburg-Vorpommern, mit dem Landschaftspark Semlow setzt sich Henrik Schwarz aus Kiel auseinander. Die Machbarkeitsstudie zur Wiederherstellung der Orangerie stellt Jürgen Groth aus Bad Sülze vor. Angela Pfennig wird sich mit dem Thema „Garten-Architektur-Kunst“ auseinandersetzen. In den Nachmittagsstunden finden dann verschiedene Führungen statt. Um 17 Uhr beginnt am Sonnabend dann ein Benefizkonzert in der Semlower Kirche.

Dr. Dieter Curschmann wies darauf hin, dass man die Öffentlichkeit für die Erhaltung und die Förderung des Ensembles Schloss, Orangerie, Kapelle und Kirche begeistern wolle. „Wir brauchen in dieser Sache Partner“, so der Semlower, „deswegen wollen wir auch die Semlower Bevölkerung etwas aus ihrem Dornröschenschlaf reißen.“ Dazu werde man die Geschichte im Symposium darstellen und auf die Zukunft weisen.

Zum anderen sei der Förderverein auch auf die Fachleute angewiesen. „Denn ein solches Projekt kostet viel Geld, Experten können uns sagen, was machbar ist und was nicht“, so der Dr. Curschmann, der vor allem auf die Einheitlichkeit der Semlower Schlossanlage Wert legt.

MSC

Freitag, 10. Juni 2005 |  Ribnitz-Damgarten und Umgebung


Semlower feiern im Park

Das Großereignis in Semlow steht vor der Tür. An drei Tagen wird die Gemeinde des Amtes Ribnitz-Damgarten ihr großes Parkfest feiern, das Magnet für Besucher aus vielen Regionen ist.

Semlow Semlows Bürgermeister Siegfried Schulze freut sich: Die Planungen für das Parkfest in Semlow stehen – und das Programm selbstverständlich auch. Und es soll dem Ort einen Auftrieb geben, wie man es von den Semlowern gewohnt ist.

Das Fest beginnt am Freitag, 17. Juni, in den Abendstunden. Um 20 Uhr startet ein Fackelzug vom Kombi-Markt der Gemeinde bis zum Schloss. Für Musik werden dabei die Blaskapelle der Freiwilligen Feuerwehr Zarrentin und die Semlower Feuerwehr sorgen, sagte Bürgermeister Siegfried Schulze. Nach dem Fackelzug sollten die Teilnehmer und die Gäste aber nicht gleich auseinander laufen, denn um 23 Uhr gibt es ein Gartenfeuerwerk vor der Kulisse des Schlossteiches. Anschließend trifft man sich am Lagerfeuer.

Am Sonnabend, 18. Juni, geht das Parkfest ab 11 Uhr weiter. Dann steht ein Fußballturnier auf dem Plan, an dem verschiedene Mannschaften aus der Region, aber auch aus Neuengamme teilnehmen werden. Zeitgleich beginnt das Kinderfest, das die Kirchengemeinde und die Frauensportgruppe organisieren. Damit die Kleinen etwas zum Lachen haben, wird Clownerina Pepelina auftreten. Um 13 Uhr wird der Wildschweingrill eröffnet werden, ab 13.30 Uhr spielt die Big Band Live Swing Cooperation vom Musikprojekt Thürmer.

Ekki Göpelt und Harry Wuchtig werden ihr Showprogramm präsentieren, der Hundesportverein Camitz zeigt Hundevorführungen, und die Line Dancers aus Semlow zeigen auch, was sie alles können. Die Volkssolidarität sorgt in den Nachmittagsstunden für Kaffee und Kuchen, außerdem wird es eine Tombola geben. Um 17.30 Uhr werden alle Semlower und ihre Gäste zu einem Benefizkonzert in die Semlower Kirche eingeladen. Es findet im Rahmen des Symposiums „Garten – Architektur – Kunst“ statt. Bürgermeister Siegfried Schulze wies darauf hin, dass der Eintritt zu den Nachmittagsveranstaltungen frei ist. Ab 20 Uhr steigt dann mit einer Disco auf der Freilichtbühne der Höhepunkt des Parkfestes.

Der Sonntag steht im Zeichen des Sportes. Grün-Weiß Semlow lädt zu einer Boxveranstaltung ein.

MSC

Dienstag, 21. Juni 2005  | Ribnitz-Damgarten und Umgebung


Semlower Symposium als Erfolg gewertet

Semlow Als einen Erfolg hat gestern Dr. Dieter Curschmann vom Förderverein zur Erhaltung der Semlower Kulturgüter das Symposium „Garten – Architektur – Kunst“ gewertet. Nach Angaben von Curschmann waren etwa 50 Besucher zu der Veranstaltung gekommen, die zeitgleich mit dem Semlower Parkfest angeboten wurde. Dem Förderverein sei es darauf angekommen, die Geschichte des Semlower Schlosses in den Mittelpunkt zu rücken, gleichzeitig aber auch auf die Entwicklungen, die das Ensemble von Park, Schloss, Kirche und Kapelle in den vergangenen Jahren gemacht habe, sagte Dr. Curschmann gestern. Curschmann hatte in seinem Grußwort zu Eröffnung des Symposium nachdrücklich darauf hingewiesen, dass auch die Öffentlichkeit dazu verpflichtet sei, die Kulturgüter der Nachwelt zu erhalten, so wie es auch in den Familien üblich sei, in denen Erworbenes den nachfolgenden Generationen weitergereicht werde.

Den Schnittpunkt zwischen Gegenwart und Vergangenheit zeige die Machbarkeitsstudie des Bad Sülzer Architekten Jürgen Groth. Curschmann meinte dazu, es sei ihm lieber, diese Studien könne man Möglichkeitenstudien nennen, denn nicht alles sei machbar.

Als „sehr erfreulichen Beitrag“ bezeichnete Dr. Curschmann die Ausstellung zur der Veranstaltung. Zusammengetragen worden seien die Exponate von Angela Pfennig und Fritz Quade „in mühevoller Kleinarbeit“. Diese Ausstellung ist in den nächsten Tagen noch jeweils am Montag und am Donnerstag in der Zeit von 10 bis 13 Uhr für die Besucher zugänglich.

Guten Anklang hatten auch die Besichtigungen gefunden, sagte Curschmann, so berichtet die Restauratorin Elke Kuhnert über die Arbeit in der Kapelle. Das Symposium habe beispielsweise mit seinem Benefizkonzert auch den Sinn gehabt, Freunde und Verbündete für die Erhaltung des Semlower Ensembles zu finden, sagt Curschmann.

MSC

Dienstag, 09. Mai 2006 |  Ribnitz-Damgarten und Umgebung


Schlosspark findet altes Gesicht wieder

Mit viel Mühe und der Hilfe von ABM-Kräften hat sich der Semlower Schlosspark nun wieder seinem alten Vorbild angeglichen.

Semlow Nach und nach ist nun das Konzept für die Neupflanzungen im Semlower Landschaftsgarten, dem Schloßpark, weitergeführt worden. Bürgermeister Siegfried Schulze erwartet nun für Mitte des Monats acht Kräfte, die im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen im Park eingesetzt werden sollen, dazu kommen noch einmal sechs Ein-Euro-Jobber. Getragen wird diese Maßnahmen vom Verein zur Förderung und Qualifizierung der Arbeit in Ribnitz-Damgarten. „Vor allem sollen diese Arbeitskräfte die Sichtachsen des Parkes, wie es im Konzept vorgesehen ist, weiter freiräumen“, erläuterte Bürgermeister Schulze.

In den vergangenen Tagen ist nun die Pflanzung von 96 Bäumen abgeschlossen worden, damit wurden die alten Sichtachsen des Semlower Schlossparkes wieder hergestellt, erläuterte der Bürgermeister. „Zwei Reihen auf jeder Seite sind gepflanzt worden“, freute sich Siegfried Schulze, bezahlt worden sei das aus dem Programm der Alleepflanzungen in Mecklenburg-Vorpommern. „In großen Teilen ist damit der Park fertig“, fügte er an. Diese Förderung sei über das Staatliche Amt für Umwelt und Naturschutz gelaufen, insgesamt seien etwa 16 500 Euro dafür geflossen. Auch Graf Finckenstein habe 2000 Euro anlässlich seines 80. Geburtstages für die Arbeiten im Semlower Schlosspark beigesteuert.

In Zusammenarbeit mit Diplomandinnen einer Berliner Universität hatte die Gemeinde ein Konzept erstellen lassen, das die Studentinnen als Diplomarbeiten nutzten. Danach wurde der Schlosspark jetzt wieder in weiten Teilen nach dem alten Vorbild hergerichtet.

„Die 23 Hektar des Parkgeländes sind nicht nur richtig vermessen“, sagte Bürgermeister Siegfried Schulze, man habe auch ein Baumkataster angefertigt, in dem alle Baumarten aufgeführt seien. Dabei habe man auch den Umfang des Stammes und die Breite der Kronen berücksichtigt.

Die Arbeiten der ABM-Kräfte und der Ein-Euro-Jobber würden jetzt zielgerichtet darauf ausgerichtet, den Park zu erhalten und im vollen Umfang wieder den alten Zustand herzustellen.

Auch in anderen Bereichen hat die Gemeinde mit Hilfe von Ein-Euro-Jobbern etwas voran gebracht: Es sind insgesamt 16 Bänke an landschaftlich schönen Stellen aufgestellt worden. Beispielsweise an der Straße zwischen Zornow und Semlow, auch in der Parkanlage selbst wurde eine solche massive Bank positioniert.

Mehr und mehr angenommen werden auch die Park- und Schlossführungen in Semlow, die die Gemeinde mit einer Kirchenführerin aus Ribnitz anbietet.




Bürgermeister Siegfried Schulze vor der neuen Anpflanzung. Sie stellt die alte Sichtachse auf das Semlower Schloss wieder her.

OZ-Foto: MSC

Dienstag, 16. August 2005  | Ribnitz-Damgarten und Umgebung


Semlow verfügt über eine schlichte Schönheit

In lockerer Folge stellt die OZ Gutshäuser und Schlösser aus der Region vor. Einige von ihnen sind nur noch als Ruinen vorhanden, andere sind saniert worden und werden heute wieder genutzt.

Semlow Das Herrenhaus Semlow befindet sich an der Stelle einer slawischen Burg. Die Gräben und Wälle dieser „Alten Burg", die dem Schutz des pommerschen Umlandes diente, kann man noch in einer schwedischen Matrikelkarte von 1669 finden. Der im klassizistischen Stil erbaute Mittelteil des zweigeschossigen Herrenhauses entstand um 1825 nach Plänen des Strelitzer Hofbaumeisters F. W. Buttel im Auftrag des damaligen Besitzers, Carl August von Behr-Negendank.

Sein Sohn Ulrich Graf von Behr-Negendank veranlasste um 1850 den Anbau einer Orangerie mit einem viereckigen Turm an der Ostseite des Herrenhauses sowie 1868 den Bau eines zweistöckigen Wohnbereiches an der Westseite. Die vordere, zweigeschossige Fassade des Herrenhauses verfügt über fünfzehn Achsen, einen dreiachsigen Mittelrisalit und einen Säulenvorbau mit Altan. Sie sind durch farbliche Gestaltung hervorgehoben. Ein in dunklerer Farbe abgesetztes Gesims, das zwischen erster und zweiter Etage verlief, ist heute nicht mehr zu erkennen.

Auf der Parkseite weist das Herrenhaus 17 Achsen, fünf davon im Mittelrisalit, auf. Hier ist es durch das sichtbare hohe Kellergeschoss dreigeschossig. Der Mittelrisalit ist durch flache Wandsäulen besonders hervorgehoben und verfügte ursprünglich über ein Giebeldreieck. Die ehemals verglaste Orangerie wurde später massiv umgebaut und diente dann als Bibliothek sowie zur Aufbewahrung der umfangreichen Porzellansammlung. Beide gingen nach dem Zweiten Weltkrieg verloren.

Nach 1945 zogen Umsiedler in das Herrenhaus ein, später hielten auch der Rat der Gemeinde, eine Gaststätte und ein Friseur Einzug.

Das heute eher schlichte Erscheinungsbild des Herrenhauses ist das Ergebnis von Sanierungsarbeiten, die nach 1945 vorgenommen wurden. Gegenwärtig wird nur noch ein geringer Teil der Räumlichkeiten im Gebäude genutzt, so der große Festsaal, die öffentliche Bibliothek sowie das Standesamt.

Eingangsbereich und Saal sind 1999/2000 durch die Gemeinde, in deren Besitz sich Herrenhaus und Park befinden, restauriert worden. Der Festsaal kann gemietet werden, er bietet ausreichend Platz für größere Gesellschaften.

Der zu jeder Jahreszeit wunderschöne ca. 21 Hektar umfassende Park mit seinem großen Teich entstand in den Jahren 1851 bis 1855 nach Plänen von Gustav Meyer (1816-1877), einem Mitarbeiter des Gartenarchitekten und Landschaftsgestalters Peter Josef Lenné. Den Landschaftspark erreichte man von der Orangerie aus über eine großzügige Freitreppe. Viele dendrologische Besonderheiten wie eine nordamerikanische Sumpfzypresse, weiterhin schöne Platanen, Linden und Rosskastanien sowie eine 300 Jahre alte Stieleiche, die eine Höhe von mehr als 30 Metern und einen Umfang von 5,50 Metern erreicht, machen den ganz besonderen Reiz des Parkes aus. Das Bärentor, der Teetempel, die Grotte, die Adlersäule und andere Parkarchitekturen sind leider zerstört. Der Park, in dem seit mehr als 30 Jahren das große Parkfest stattfindet, wurde bereits 1965 zum „Geschützten Park" erklärt.

Um 1880 ließ Ulrich Graf von Behr-Negendank am Ausgang des Ortes in Richtung Schlemmin eine Kapelle erbauen. Es entstand unter Leitung des Berliner Architekten Walter ein sehr aufwendiges neogotisches Bauwerk, in dessen Krypta die Särge der gräflichen Familie aufgestellt wurden. Im Jahr 1999 begann der Wiederaufbau des stark verfallenen Bauwerkes, mit seinen großen farbigen Fenstern.

ILKA ZANDER

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Der Text dieser Seiten wurde bis auf die Serviceseite und die Texte aus der Ostseezeitung von Angela Pfennig und Dr. Dieter Curschmann verfasst und entstammt dem von der Gemeinde Semlow herausgegebenen Faltblatt “Schlosspark Semlow”, das mit Unterstützung des Fördervereins zur Erhaltung Semlower Kulturgüter e.V., der UmweltPlan GmbH Stralsund und der Jagdgenossenschaft Semlow im Frühjahr 2003 erschienen ist. Die Fotos mit den heutigen Parkansichten sind von Doris Geier. Gestaltet und betreut wird diese Homepage im Auftrag des Fördervereins von Michael Mahlburg - mahlburg@eixen.de - Besucher seit Mai 2003: [Counter]