Der Schlosspark Semlow

Das Schloss

An der Stelle der alten slawischen Burg, deren Gräben und Wälle noch auf der schwedischen Matrikelkarte von 1696 ersichtlich sind, befindet sich das heutige Schloß.

Der Mittelteil des zweigeschossigen Schlosses wurde um 1825 nach Plänen des Strelitzer Hofbaumeisters F.W. Büttel (1796-1869) im Auftrag des damaligen Besitzers, Carl August von Behr-Negendank, im klassizistischen Stil errichtet. Die dem Dorf zugewandte Schlossfassade besitzt fünfzehn Fensterachsen, wobei der dreiachsige Mittelrisalit und der darüber befindliche Altan farblich hervorgehoben sind. Ursprünglich befand sich über dem Mittelrisalit ein flaches Giebeldreieck. Die Fenster waren farblich vom übrigen Mauerwerk abgesetzt und ein um das Schloss herumführendes Gesims trennte optisch die beiden Etagen. Die dreigeschossige Parkfassade ist mit siebzehn Fensterachsen ausgestattet, wobei sich fünf Achsen zu einem Mittelrisaliten vereinen, der durch flache Wandsäulen betont wird und ebenfalls durch ein flaches Giebeldreieck bekrönt war. Ulrich Graf Behr-Negendank (1826-1902) veranlasste um 1850 den Anbau einer Orangerie mit einem viereckigen hohen Türm an der Ostseite des Schlosses und den Bau eines zweistöckigen Wohnbereiches an der Westseite. Die ehemals verglaste Orangerie wurde später massiv umgebaut und diente dann als Bibliothek sowie zur Bewahrung der umfangreichen Porzellansammlung. Das heute sehr schlichte Erscheinungsbild des Schlosses ist Ergebnis von Sanierungsarbeiten, die nach 1945 vorgenommen wurden.

Der Landschaftspark war an der Südseite von der Orangerie aus über eine großzügige Freitreppe erreichbar. Das Schloss ist der wesentlichste bauliche Bezugspunkt zu der ausgedehnten gartenkünstlerischen Schöpfung, von hier aus ergeben sich wichtige Sichtbezüge in den Park und die Landschaft. Die Zufahrt an der nördlichen Hofseite erfolgte bis nach dem Zweiten Weltkrieg über ein großes Tor, dessen Torpfosten mit zwei Bären, dem Wappentier der Familie Behr, bekrönt waren.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die umfangreiche Bibliothek und die wertvolle Porzellansammlung des Schlosses verloren. Das Bärentor; der Teetempel, die Grotte, die Adlersäule und andere Parkarchitekturen wurden zerstört. Heute sind das Schloss und der Landschaftspark im Besitz der Gemeinde. Im Schloss befinden sich ein großer Festsaal, die öffentliche Bibliothek und das Standesamt. Der Keller wird als Jugendclub und Jagdgaststätte genutzt.

 

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Der Text dieser Seiten wurde bis auf die Serviceseite und die Texte aus der Ostseezeitung von Angela Pfennig und Dr. Dieter Curschmann verfasst und entstammt dem von der Gemeinde Semlow herausgegebenen Faltblatt “Schlosspark Semlow”, das mit Unterstützung des Fördervereins zur Erhaltung Semlower Kulturgüter e.V., der UmweltPlan GmbH Stralsund und der Jagdgenossenschaft Semlow im Frühjahr 2003 erschienen ist. Die Fotos mit den heutigen Parkansichten sind von Doris Geier. Gestaltet und betreut wird diese Homepage im Auftrag des Fördervereins von Michael Mahlburg - mahlburg@eixen.de - Besucher seit Mai 2003: [Counter]