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Der Gedanke der Landesverschönerung fand zu Beginn des 19. Jahrhunderts seinen schöpferischsten Ausdruck in den verwirklichten Gartenplänen des Königlich-Preußischen Hofgartendirektors Peter Joseph Lenné (1789-1866) zur Aufschmückung der Landschaft zwischen Berlin und Potsdam. Begründet wurde damit eine ökonomisch-wissenschaftliche Landschaftsplanung, die das Nützliche mit dem Schönen zu verbinden suchte. Die ökonomische Entwicklung der Landwirtschaft auf den Gütern ging einher mit dem Bedürfnis nach gartenkünstlerischen Gestaltungen, die weite Teile der Feldmarken einbezogen. Die Kunst der Gestaltung einer Landschaft wurde somit zu einer sozialen Wertorientierung. Zahlreiche Besitzer von Gütern, aber auch Gartenbau-- und Verschönerungsvereine fühlten sich diesem Anliegen verpflichtet.
Bereits um 1830 ließ die Frau des Kammerherrn Carl August von Behr-Negendank den Lindenbusch in Semlow, ein isoliertes Feldgehölz und ehemalige Stätte des hohen Gerichts, durch einen schönen Lindengang mit den alten Anlagen verbinden und ein Lusthäuschen mit Blick auf den Kirchturm anlegen. Carl August von Behr-Negendank vergrößerte wenig später nach Plänen des Strelitzer Hof gärtners Nehrentz den vorhandenen Semlower Garten, in dem sich unter anderem eine Kastanien- und eine Lindenallee befanden. Der Rest der letzteren wurde erst vor wenigen Jahren entfernt.
Ulrich Graf Behr-Negendanks Landschaftsverschönerungen in der Mitte des 19. Jahrhunderts sind in einem engen Zusammenhang mit seinen Bemühungen um die wirtschaftliche Entwicklung des Gutes zu betrachten und umfassten den ganzen ausgedehnten Besitz in der Semlower Flur. Semlow fehlte in jener Zeit jegliche Anbindung an Kunststraßen und Eisenbahnlinien. Ulrich von Behr-Negendank ließ die Landstraßen chaussieren und die heute noch prachtvollen Lindenalleen anlegen, bepflanzte Flurgrenzen und forstete einzelne Wiesen sowie zahlreiche Ackerstücke auf. ”Die Auffahrt und die Hauptstraßen der Besitzung sind alle chaussirt, mit Banquets für Fußgänger eingerichtet und zum Theil mit schönen Doppel-Alleen bepflanzt, die dem Ganzen ein großartiges Ansehen verleihen”, schrieb Jühlke im Jahresbericht des Gartenbauvereins 1850. Und Lisch bemerkt in seinen l897 erschienenen “Urkunden und Forschungen zur Geschichte des Geschlechts Behr”: “Die Vollendung des Ganzen aber bilden wohlgepflegte Wege, welche die Felder und Wälder durchziehn und Gelegenheit zu stundenlangen Ausfahrten bieten.”
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