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Der Schlosspark Semlow |
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Ulrich Graf Behr-Negendank (1826-1902) |
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Mit Erlangen seiner Volljährigkeit im Jahre 1847 wurde Ulrich Behr-Negendank selbstständiger Besitzer seiner Güter. Er begab sich nach Semlow, wo er bis zu seinem Lebensende an der Verschönerung seiner Besitzungen arbeitete. Im Jahre 1854 heiratete Ulrich Behr-Negendank in Berlin die Gräfin Elma Sophie Elisabeth Amalie zu Innhausen und Knyphausen. Dieser Ehe entstammten sechs Kinder. Der Stammsitz der Familie Innhausen und Knyphausen befindet sich in Lütetsburg/Ostfriesland. Bis in die heutige Zeit zählt der gartenkünstlerisch bedeutsame Schlosspark zu Lütetsburg zu den schönsten Landschaftsgärten in Niedersachsen. Auf Anregung des Archivrates Dr. Lisch ließ Behr-Negendank im Jahre 1861 die Semlower Kirche durch den Lübecker Maler Carl Julius Milde mit Wand- und Deckengemälden neu gestalten. Ebenfalls in dieser Zelt erneuerte er zahlreiche Wirtschafts- und Wohngebäude. Im Jahre 1880 veranlasste er den Bau einer neuen Grabkapelle. Seinem Kunstverständnis und seiner Sammelleidenschaft verdankte Semlow auch eine Fülle an künstlerisch wertvollen Möbeln, deutschen und chinesischen Porzellanen, Kupferstichen, Mineralien sowie die kostbaren Bestände der Bibliothek. Seine besondere Liebe aber galt dem 100 Morgen großen Park, den er mit dem größten Verständnis für die Landschaftsgärtnerei im englischen Stil anlegen ließ. Die Beauftragung Gustav Meyers für einen Parkentwurf ist sicher im Zusammenhang mit den engen Beziehungen Behr-Negendanks zum Königlichen Hof in Berlin zu betrachten. 1851 war Ulrich in Stralsund König Friedrich Wilhelm IV (1795-1861) erstmals vorgestellt worden, nachdem er bereits als Offizier im Garde-Kürassier-Regiment Zugang zur Königlichen Regierung hatte. Im Juli 1863 empfing Ulrich Behr-Negendank König Wilhelm I. (1797-1888) und seine Gemahlin in Semlow. Freundschaftliche Verbindungen zum Königshaus, aber auch zu Bismarck pflegte Behr-Negendank ein Leben lang. Auf Grund seiner Verdienste als Landrat des Kreises Franzburg, später als Regierungspräsident in Stralsund und schließlich als Oberpräsident der Provinz Pommern wurde Ulrich Graf Behr-Negendank im Jahre 1890 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Stralsund und 1891 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Stettin verliehen. 1893 erhielt er in Anwesenheit des Kaisers den Königlichen Kronen-Orden I. Bereits 1891 hatte sich Behr-Negendank vom Staatsdienst zurückgezogen, um die letzten Jahre seines Lebens in Semlow zu verbringen. Er starb am 8. September 1902 in Semlow und wurde in der Erbbegräbnisstätte der Familie beigesetzt.
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Der Text dieser Seiten wurde bis auf die Serviceseite und die Texte aus der Ostseezeitung von Angela Pfennig und Dr. Dieter Curschmann verfasst und entstammt dem von der Gemeinde Semlow herausgegebenen Faltblatt “Schlosspark Semlow”, das mit Unterstützung des Fördervereins zur Erhaltung Semlower Kulturgüter e.V., der UmweltPlan GmbH Stralsund und der Jagdgenossenschaft Semlow im Frühjahr 2003 erschienen ist. Die Fotos mit den heutigen Parkansichten sind von Doris Geier. Gestaltet und betreut wird diese Homepage im Auftrag des Fördervereins von Michael Mahlburg - mahlburg@eixen.de - Besucher seit Mai 2003: |