Der Schlosspark Semlow

Der Ort

Semlow, im westlichsten Teil Nordvorpommerns nur wenige Kilometer von der Grenze zu Mecklenburg gelegen, wurde 1320 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Das Dorf befand sich damals im Besitz der Familie von Thun. Im Jahre 1398 erscheint der Ort jedoch erstmalig im Besitz des Geschlechtes Behr. Seit dem Ende des 14. Jahrhunderts war Semlow der Hauptsitz der Familie und er blieb es bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Ortsbezeichnung Semlow kommt aus dem Slawischen. Ursprünglich befand sich hier eine slawische Siedlung mit einer Burganlage. Die günstige Lage an einem See veranlasste die Menschen schon in der Spätsteinzeit (um 4800 vor Christi) zu einer frühen Siedlung. Megalithgräber und eine Sammlung von Trogmühlensteinen im Schloßpark zeugen noch heute von jener Entwicklung.

Das Dorfensemble wird entscheidend geprägt durch das Schloß, die Kirche, die Grabkapelle der Familie Behr-Negendank sowie die Wirtschafts- und Wohngebäude entlang der Hauptstraße.

Die zu Beginn des 13. Jahrhunderts während der Regierungszeit des Bischofs Brunward (1192-1238) als Feldsteinbau errichtete Kirche ist wahrscheinlich die älteste auf dem Festland des ehemaligen Fürstentums Rügen. Neben der reichhaltigen und bedeutenden Ausstattung der Kirche sind die spätnazarenischen Wandmalereien von Carl Julius Milde (1803-1875) von herausragender Qualität. Sie werden derzeit durch die Restauratorin Elke Kuhnert konserviert und restauriert.

Um 1850 wurden die alten, rohrgedeckten Wirtschaftsgebäude im Hofraum auf Veranlassung von Ulrich Graf Behr-Negendank (1826-1903) abgerissen und durch die noch immer im hervorragenden Zustand befindlichen unverputzten Backsteinbauten ersetzt. Diese und die Wohngebäude der Landarbeiter und Beamten sind in ihrer Gestaltung und Anlage auch für heutige Verhältnisse noch mustergültig. Die von einer Kastanienallee gesäumte Hauptstraße ist in Nord-Süd-Richtung gerade auf das Schloss ausgerichtet. Im rechten Winkel dazu legte man die Hühner- und Räucherstraße - heute Zornower und Marlower Straße - an.

Die durch den Berliner Architekten Walter nach dem Vorbild einer Kapelle in Schenna bei Meran gestaltete neogotische Grabkapelle wurde Im Jahre 1881 durch Pastor Wallis als Gotteshaus und Grabstelle für die Familie Behr-Negendank geweiht. Sie wird zur Zeit umfangreich saniert.

 


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Der Text dieser Seiten wurde bis auf die Serviceseite und die Texte aus der Ostseezeitung von Angela Pfennig und Dr. Dieter Curschmann verfasst und entstammt dem von der Gemeinde Semlow herausgegebenen Faltblatt “Schlosspark Semlow”, das mit Unterstützung des Fördervereins zur Erhaltung Semlower Kulturgüter e.V., der UmweltPlan GmbH Stralsund und der Jagdgenossenschaft Semlow im Frühjahr 2003 erschienen ist. Die Fotos mit den heutigen Parkansichten sind von Doris Geier. Gestaltet und betreut wird diese Homepage im Auftrag des Fördervereins von Michael Mahlburg - mahlburg@eixen.de - Besucher seit Mai 2003: [Counter]